Mamis wie du und ich: Die Business-Serie 2

Interview mit Businessmami Chantal Schmelz von Ansprechend.ch

In regelmässigen Abständen interviewe ich ein Businessmami! Das Interview ungefähr wiedergegeben ist unten in schriftlicher Form auf Hochdeutsch!

1. Stelle dich bitte kurz vor! Name, von wo, deine Ausbildung, deine Familie

Ich bin Chantal Schmelz, bin 35jährig und komme ursprünglich aus St. Gallen. Der Liebe wegen lebe ich aber seit bald 4 Jahren in Zürich. Meine Familie ist sehr männer-dominiert: Mein Mann, meine zwei Söhne (3jährig und 4monatig) und unsere zwei Kater. Ich habe mein Studium an der HSG absolviert und dann nebenberuflich das Projekt-Management und das journalistische Schreiben gelernt. Wichtiger für das, was ich jetzt tue, ist aber meine praktische Marketing-Ausbildung bei der Hilti in Schaan und bei der Kistler Instrumente AG. Dank Wirtschaftskrise 2009 und strukturellen Defiziten war ich häufig gezwungen auch die operative Umsetzung der Marketingaktivitäten selbst in die Hand zu nehmen.

2. Was für ein Unternehmen? Wie heisst es? Was bietest du an?

In der ansprechend GmbH bieten wir Interims Marketing an: Marketing zwischen Vision und Realität. Marketing zwischen Auftraggebern und beauftragtem Dienstleister. Marketing zwischen Wollen und Können. Denn, Marketing kann jeder. Das zumindest vermitteln uns die sozialen Medien sowie unzählige Webinars, YouTube Tutorials und geschäftstüchtigen Anbieter. Die Ergebnisse vieler Selbstversuche von Firmen - und deren Inhabern -, die versuchen alles selbst zu orchestrieren, landen dann nicht selten bei www.ansprechend.ch.

Dabei verstehen wir uns nicht als klassische Marketing-Agentur, sondern als Marketing-Strategen, die vorgeschlagene Massnahmen dann auch operativ für den Kunden umsetzen können. Quasi als outgesourcte Marketing-Abteilung. Und das ist gerade für kleiner Firmen oder Solopreneurs häufig eine entscheidende Verbesserung ihrer Situation. Nicht, dass sie Arbeit abgeben können, sondern, dass ihr begrenztes Marketingbudget fokussiert eingesetzt wird. Denn ich erlebe leider sehr häufig, wie Kunden relativ „planlos“ den neusten Trends, viel versprechenden Opportunitäten und verheissungsvollen Tools nachjagen und dabei mehr Geld in den Sand setzen als ihre Selbstständigkeit hergibt. Das ist nicht nur schade, sondern vielfach auch effektiv existenzgefährdend.

3. Hast du Mitarbeiter? Wieviele?

Ja, nach viel Hin und Her habe ich mich kurz vor der Geburt meines zweiten Sohns entschieden meine erste Mitarbeiterin in Teilzeit einzustellen. Sonja unterstützt mich als Junior Marketer und es war der beste Business-Entscheid bis jetzt. Und weil der Entscheid so gut war und sich im Mutterschaftsurlaub gleich einige neue Kunden angekündigt haben, wird unser Team ab Oktober noch mit einer Graphikerin erweitert.

4. Wie kamst du auf die Idee für dein Business?

Ich wollte gar nie selbstständig werden und schon gar nicht mit kleinem Kind und noch weniger mit zwei kleinen Kindern…J. Aber da sich mit meinem alten Arbeitgeber keine Lösung nach der Geburt meines ersten Kindes fand und mich – trotz unzähliger Bewerbungen und Gespräche – am Ende nur eine selbstständige Mutter einstellen wollte, deren Pensum für mich aber zu wenig war, war ich gezwungen weitere „Arbeit“ zu suchen. So machte ich rasch das, was ich am besten kann für viele kleinere und etwas grössere Firmen –  und schwupps, ich war selbstständig.

5. Was ist die grösste Herausforderung in deinem Business?

Ich denke, die grösste Herausforderung ist die Balance zu finden zwischen „Überarbeitung“ und „Existenzangst“. Wie viel kann ich alleine handeln? Ab wann nehme ich Mitarbeitende dazu? Und, kann ich die dann auch zahlen? Und wie viel können wir zu zweit handeln? Ab wann kommen weitere Mitarbeitende dazu? Und kann ich die zahlen? Und so weiter und so fort…

Selbstverständlich spielt meine Familie in dem Gefüge keine unbedeutende Rolle – schliesslich muss ich dieses Gleichgewicht nicht nur für mich, sondern für uns alle immer wieder neu austarieren.

6. Wer oder was ist heute deine grösste Inspiration?

Am meisten Kraft – und wenn man dem so sagen möchte „Inspiration“ – ziehe ich aus meiner Familie und der gedanklichen Freiheit der Selbstständigkeit. Meine beiden Jungs haben meinen Blickwinkel aufs Leben stark verändert, mein Mann ist der ideale Sparring-Partner für kleiner und grössere Baustellen und die Kombination aus Familie und Beruf hat mich sehr viel geduldiger, pragmatischer und effizienter werden lassen.

Darüber hinaus schätze ich die quasi unbeschränkte gedankliche Freiheit, die man geniesst, wenn man sein eigener Chef ist. Ich kann alles sein, was ich möchte – und wozu ich genügen Energie aufbringe mich um die Umsetzung zu kümmern ;). Genial!

7. Hast du einen Tipp für ein Mami, dass gerade erst anfängt mit ihrem Business?

Als Unternehmer muss man gut mit Risiko leben können. Man weiss im Vorfeld selten, wie was genau rauskommt, aber ohne, dass man etwas unternimmt, passiert halt einfach gar nichts. Den„me söt no“ wie im Anstellungsverhältnis gibt es schlicht und ergreifend nicht, sondern nur einen selbst.  Das heisst: Hinsetzen, einen Plan aufstellen, Budget allozieren (vergesst die Finanzen nicht ob der grossen Euphorie…J) und umsetzen, umsetzen, umsetzen.

Und: Einfacher geht es mit einem strategischen Sparring-Partner, der weder mit der Firma noch mit einem verbandelt ist. Ich habe gute Erfahrung mit punktuellem Coaching gemacht. Sehr hilfreich, wenn einem jemand ehrlich den Spiegel vorhält – nicht immer, was man hören möchte, aber hilfreich „in the long run“.

Und – das ist jetzt noch ein Tipp aus der Praxiserfahrung mit einigen Kundinnen – lasst eure Männer mit euch philosophieren, diskutieren,… - aber lasst sie nicht eure Buchhaltung, die Webseite oder sonst etwas in eurem Business betreuen, was ihr selbst nicht könnt oder wollt. In 99% der Fälle arbeiten die Männer schon 100% und machen das nur aus Liebe. Die Spannung die dann entsteht, wenn er nie Zeit hat sich um die Buchhaltung/das Web zu kümmern und sie sich in ihrem Business nicht ernstgenommen fühlt, ist nicht hilfreich für die Beziehung…


8. Wie geht deine Familie mit deinem Business um? Ärgert es sie manchmal, dass du nicht einfach „nur“ Hausfrau oder Mami bist oder sind sie stolz und helfen auch mal mit?

Da habe ich Glück – denn ich werde von der ganzen Familie nach Kräften unterstützt. Sicher finden sie das „selbst und ständig“ nicht immer prickelnd…aber auch als Angestellte war ich immer eher von der engagierten Sorte J. Und wenn mein Grosser wählen darf, dann kommt er mit zur Arbeit.

9. Erzähle uns von deinem nächsten Businessziel!

Oh, erstes Ziel: Wieder einen guten Rhythmus zu finden, wenn der kleine Kleine dann auch in die KiTa geht.

Und ansonsten gibt es so einiges, was ich gerne anpacken würde. Zum Beispiel ist mir meine Webseite ziemlich peinlich – ich wüsste es ja besser. Aber leider fehlt auch mir häufig die Zeit fürs eigene Marketing. Ich müsste mich eigentlich mal beauftragen…J

10. Möchtest du noch etwas speziell erwähnen? Dein Bonusmoment….;-)

Mmmh, ja vielleicht, dass es am 3. November für 10 Unternehmer/innen die Möglichkeit gibt den Marketingplan für 2018 in einem Boot-Camp mit uns zu erarbeiten. Wer denkt, das könnte interessant sein, findet auf www.walk-a-unicorn.com mehr Informationen und die Anmeldung.

11. Hast du Fragen an mich, an und/oder über das Mamabüro??

Du bist ja schon viel länger selbstständig und deine Kinder (habe keine genauen Angaben gefunden ohne zu noisy zu sein) sind schon etwas älter als meine beiden Jungs: Was hat dir jeweils geholfen, dich aufs Unternehmen zu konzentrieren und dann den Schalter umzulegen und voll und ganz für die Kids dazusein? Finde das Abschalten und die permanenten „Fokus-Wechsel“ immer noch eine ziemliche Herausforderung.

Ja Chantal, das ist tätsächlich eine grosse Herausforderung! Mein Business ist aber mit den Kindern gewachsen. Als sie noch nicht zur Schule gingen arbeitete ich vorwiegend abends - das reichte aus! Nun gehen sie zwar abends später ins Bett, aber ich habe den ganzen Tag mehr oder weniger Zeit für mich, den Haushalt und das Business! Ich habe meine Zeiten in denen ich für das Business arbeite und dann wieder für die Familie da bin. Das funktioniert so eigentlich ganz gut. In den Schulferien kann ich ab und zu auf Schwiegermutter und Tanten zugehen, welche mit den Kindern ab und zu etwas unternehmen, so dass ich arbeiten kann.

Danke vielmals Chantal für das spannende Interview und viel Erfolg mit deinem Business! 


Mamabüro

Fabienne ist Mama von zwei Mädchen, Hausfrau, Puppenmacherin, Schäferin und Lebensliebhaberin! Sie liebt es zu Planen und hilft auch dir dabei, deinen Mamialltag zu strukturieren! Ihr Mambusiness findest du auf www.fadenkorb.ch!

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